Dobermannzuchtstätte Ataraxie`s

Für alle Dobermannfreunde .....

...und Züchter, die den Dobermann noch als Gebrauchshund schätzen,
habe ich nach langen Recherchen eine Datei zusammengestellt und möchte sie euch allen
auf meiner Seite zur Einsicht zur Verfügung stellen.


Siegerhunde PDF



Sie führt von der allerersten vom DV ausgerichteten Deutschen Meisterschaft im Jahr 1924
bis zum heutigen Tag alle Sieger dieses jährlichen Highlights der working-dobs auf,
sowie die Hundeführer, die Gesamtpunktzahl und den jeweiligen Austragungsort.
Für die interessierten Züchter habe ich zusätzlich auch die jeweiligen Elterntiere aufgelistet.

Manche Angaben fehlen mir aber nach wie vor. Sollte der eine oder andere von euch diese ergänzen können,
wäre ich euch sehr dankbar, wenn ihr mir eine mail schicken würdet!


Bitte lest dazu auch meine Notizen und Gedanken im Anschluss an die Datei.
Zudem sind bei meinen Recherchen einige sehr interessante Dinge zutage gekommen,
die sowohl für das Verständnis für diese Rasse wie auch sicherlich für den einen
oder anderen Züchter wichtig sein können.

Quellen:

Ottmar Vogel, „Zucht und Sport mit dem Dobermann“
DV e.V., „100 Jahre Dobermann-Verein e.V“
Offizielle Internet-Veröffentlichungen der Meisterschaftsergebnisse
Zuchtbücher
Bei den Achtziger und Neunziger Jahren hat mich Herr Holger Anhäuser,
Zwinger „vom Gaxhardter Wald“,
mit seinen Informationen sehr unterstützt.

Vielen Dank an dieser Stelle an Holger!
Für die übermittlung von ergänzenden Daten auch ein großes Danke an:
Heiko Lorenz, Dobermann-Zwinger „vom Eschenbruch“



Gedanken und interessante Feststellungen

DM-Sieger = guter Vererber ?
Zuerst einmal möchte ich hier festhalten, dass nicht jeder Hund,
der punktzahlenmäßig auf den großen Prüfungen ganz vorne mitläuft, auch ein guter Zuchthund bzw. Vererber ist.
Und nicht jeder Hund, der im Mittelfeld landet bzw. noch nicht einmal auch nur einmal auf einer hohen Prüfung mitläuft,
ein schlechter Vererber sein muss.

Hier muss man unterscheiden. Zum einen ist da der erfolgreiche Hund auf der Meisterschaft,
der zwar durchaus eine bestimmte Veranlagung mitbringen muss, welche aber durchaus auch nur „mittelmäßig“ sein kann,
der aber eine hervorragende Ausbildung genossen hat,
auf den Punkt genau trainiert wurde und dessen - zwar begrenzte - Fähigkeiten bis ins Detail gefördert wurden,
und der aus diesem Grund auch ganz vorne platziert wird.

Auf der anderen Seite ist da der Hund mit sehr guten, leistungsstarken Ahnen,
einem hervorragenden Potential, welches nie völlig ausgeschöpft wurde,
weil er vielleicht nur in der Hand eines „Hobbyhundlers“ steht – wenn er überhaupt gearbeitet wird!
- welcher vielleicht nur zufällig aufgrund der angeborenen Qualität seines Hundes
auf eine hohe Meisterschaft mit „hineingerutscht“ ist, der seinen Hund aber nur mittelmäßig ausgebildet hat.

Tatsache aber ist: Punkte vererben sich nicht!
Nur die angeborenen Fähigkeiten und das angeborene Potential
wird erbgenetisch an die nächste Generation weitergegeben!

Aus diesem einfachen Grund, das ist sicher jedem jetzt klar,
mag der Hund aus dem zweiten Beispiel zwar auf einer Meisterschaft im Mittelfeld oder von mir aus auch am Schluss landen,
kann aber jederzeit die besser veranlagte Nachzucht bringen als der Siegerhund.

Meistens sehr unterschätzt: Die Mutterhündin

In diesem Zusammenhang möchte ich auch mal eine Lanze für die sehr unterschätzte Rolle der Mutterhündin in der Zucht brechen.
Leider ist es nach wie vor so, dass guter Nachwuchs immer nach dem Vaterrüden beurteilt wird.
Tatsächlich aber besteht ein Welpe IMMER zu ganz genau 50% aus dem genetischen Erbe des Vaters UND der Mutter!
Phänotypisch kann der eine Welpe mehr nach der Mutter kommen, der andere mehr nach dem Vater,
oder nach der Großmutter/dem Großvater, keine Frage.
Aber genotypisch wird er immer eine Mischung von 50/50 aus beiden Elternteilen sein.
(Es sein denn natürlich, es wurde eine Linieninzucht vorgenommen auf einen bestimmten Ahnen.
Dann ähneln die Nachkommen in der Regel stärker diesem Ahnen.
Aber das ist wieder eine andere Geschichte.)

Dies erklärt dann auch, warum nach manchen Rüden, die aufgrund ihrer prämierten Anatomie sehr viel gedeckt haben,
die aber nachweislich leistungsmäßig nichts zu vererben hatten,
sogar noch in zweiter oder dritter Generation ein kleiner Teil der Nachkommen auf Siegerprüfungen eine gute Leistung erbringen:
Weil bei den vielen Hündinnen, die er gedeckt hat,
die eine oder andere Hündin dabei war, die ein gutes Leistungspotential besaß
und der eine oder andere Nachkomme dieses von der Mutter mitbekommen hat.

Warum Ausbildung ?

Ein Bekannter von mir und Fan des Schaugeschehens beim Dobermann, der selbst noch nie einen Hund ausgebildet hat,
hat vor vielen Jahren einmal zu mir gesagt: „Ich verstehe nicht, warum ihr überhaupt SchH-Sport macht!
Es reicht doch, wenn ich einen Ball aus der Tasche ziehe und mit dem Hund spiele.
Daran müsste doch jemand, der etwas von Hunden versteht, schon sehen, wie der Hund veranlagt ist!
“ Ja, richtig; ich erkenne den Spiel- und Beutetrieb;
aber auch nur dann, wenn der Hund in dieser Richtung gefördert und gefordert worden ist.

Beutetrieb ist wichtig und eine gute Grundlage für die Ausbildung.
Aber er ist nicht alles, vor allem nicht im Hinblick auf die Eigenschaften eines Gebrauchshundes,
zu welchen Rassen der Dobermann nun mal nach wie vor gehört.
Beutetrieb haben auch Rassen, die sich in der Regel in keinster Weise zum Gebrauchshund eignen,
wie z.B. die beiden Pudel meiner Bekannten.
Die beiden spielen wie die Verrückten. Wenn ich die Aussage des Dobermannbesitzers von oben auf die beiden anwenden würde,
müssten das DIE SchH-Hunde schlechthin sein.
Einen guten Gebrauchshund macht aber noch viel mehr aus:
sein Selbstbewusstsein, seine Nervenstärke,
seine körperliche und psychische Härte, sein Mut, sein Durchsetzungsvermögen,
seine Lernfähigkeit, seine Bereitschaft,
als Team mit dem Menschen zusammen zu arbeiten.


Darum Ausbildung

Aus diesem Grund hat die Ausbildung und ihre vergleichenden Wettkämpfe
ihre Berechtigung und eine wichtige Funktion bezüglich der Zucht
von Gebrauchshunden, vor allem hinsichtlich der Selektion auf die Gebrauchstüchtigkeit.
Hier muss ich Ottmar Vogel zitieren, der sinngemäß gesagt hat, dass nur ein Dobermann,
der mindestens zwei Jahre lang gearbeitet und ausgebildet wird,
in seiner ganzen Facette bezüglich Wesen, Nervenstärke, Belastbarkeit, Mut und Härte erkannt werden kann.
Kurz gesagt: Das was nach der Ausbildung übrig bleibt, ist das, was den Hund selbst ausmacht.
Und was er letztendlich auch vererben kann.

Hauptsächliche Leistungsvererber der Vergangenheit

Nun zurück zu den jährlichen Meisterschaften. Der Idealfall wäre natürlich,
dass ein sehr gut veranlagter Hund bei einem guten Hundeführer eine gute Ausbildung
erhält und dementsprechend auf den Siegerprüfungen ganz vorne steht.
Dass dies das eine oder andere mal tatsächlich auch so ist,
beweist das Beispiel von Bingo Ellendonk, Ali Langenhorst oder Hertog Conan van Manensheide bei den Rüden,
deren Qualitäten als Gebrauchshund auch heute noch viele Zuchten,
die auf Leistung ausgerichtet sind, mehr oder weniger positiv beeinflussen.
Es wäre mühselig, alle ihre Nachkommen aufzuzählen, die sich bis heute auf den Meisterschaften wiederfinden.
Auch Larry Mooreiche sei hier genannt, der in seinen Nachkommen im Zwinger Black Gong,
Erjolihof und Warringhof (um nur ein paar zu nennen)
nach wie vor als Ahnherr vorhanden ist.

Wichtige Hündinnen

Bei den Hündinnen ist Cora Papenkamp erwähnenswert, die auch heute noch Einfluss auf die Nachkommen aus leistungsorientierten Zuchten hat.
Als eindrückliches Beispiel möchte ich hier nur die Linie über ihre Tochter Ester Papenkamp
– Arne Estetal bis zu Faro/Xandro Grenzturm und aus ihnen die vielen, langlebigen und leistungsstarken Berkensingel-Hunde
erwähnen (unter anderem Quarro und Tarek).
Auch Amigo Maindreieck geht auf diese Linie zurück.

Anuk Nettetal hat über ihren Sohn Bonni Nettetal bis heute ihre genetischen Spuren in den Hunden aus der Zucht les deux Peupliers hinterlassen,
sowie in den leistungsorientierten Zwingern Jotunheim´s und Krillenburg.

Kleine Analyse der Auswahl des Deckrüden in der Vergangenheit

Obwohl ich vorhin festgestellt habe, dass eine Hündin mit ihrem genetischen Potential eine mindestens ebenso wichtige Rolle spielt wie der Rüde,
möchte ich mich bei dieser Analyse trotzdem auf die Rüden beschränken,
da diese aufgrund der biologischen Tatsachen unvergleichbar viel mehr Nachkommen
während ihres Lebens hinterlassen als eine Hündin.

Aufgefallen ist mir nämlich, dass manche Rüden – sobald der „Run“ der Züchter einmal auf sie eingesetzt hat
– fast ausschließlich zur Zucht benutzt werden,
während andere gute Rüden aus unerfindlichen Gründen wenig oder sogar überhaupt nicht frequentiert werden/wurden.

Vielleicht fragt sich der eine oder andere von euch, was daran falsch sein soll,
wenn der Erfolg der Nachzucht nachher dieser Auswahl Recht gibt.
Falsch läuft meiner Meinung nach, dass hierdurch gute Hunde, die eventuell genauso etwas hätten zu vererben gehabt,
die mit ihren Linien in der Lage gewesen wären, die Ahnenbasis des Dobermannes, die eh schon eng genug ist,
zu verbreitern bzw. eine gewisse Breite und Vielfalt der Ahnen zu erhalten, ganz einfach „aussterben“.

Für immer verloren

Dies ist – leider – nicht nur ein heutiges Phänomen,
sondern scheint schon zumindest vor einem halben Jahrhundert so gewesen zu sein.
Als ein recht frühes Beispiel hierfür möchte ich Artus von Weideneck anführen, geboren 1949,
Sieger der DV-DM 1952, 1953, 1954 und 1956. Nach diesem Hund ist KEIN EINZIGER Nachkomme registriert,
Artus hat also offiziell wohl nie gedeckt.
Somit sind viele seiner Linien und damit auch das Erbgut an ihr Ende gekommen.
Namen wie Alfa Holzweide, Assi Kettlerhorst, Alf Steiger, Unruh Sandberg etc. sind uns heutzutage beinahe vollkommen unbekannt,
während uns die Hunde von den zeitgleich existierenden Zwingern
Germania, Notburgatal oder Bayernstolz durchaus geläufiger sind.

Dasselbe passierte dann ca. 20 Jahre später mit Attila Westfalenblut, geboren 1964, wurde 1972 Deutscher Meister.
Es existieren aus ihm keine Nachkommen. Das Argument, dass nur ein einziger Sieg der Grund dafür sei, zieht nicht.
Auch Bingo Ellendonk oder Hertog Conan wurden nur ein einziges mal Sieger.
Auch das Argument, dass diese Hunde nichts zu vererben hatten, zieht genausowenig.
Hätte sich dies nach ein, zwei Generationen bei der Nachzucht, nach egal welcher Hündin, tatsächlich herausgestellt,
müsste ZUMINDEST Nachwuchs DA sein! Dies ist aber nicht der Fall.

Ein weiteres Argument für den Nicht-Zuchteinsatz habe ich bereits im Ohr:
Vielleicht waren diese Hunde bekannt dafür, dass irgendeiner ihrer Ahnen oder gar er selbst irgendeine Erbkrankheit hatte?
Auch dieses Argument wird durch die praktische Erfahrung mit dem tatsächlichen Züchterverhalten widerlegt.
Es gibt vielfrequentierte und bei den Züchtern überaus beliebte Deckrüden (nicht nur im Leistungsbereich,
auch bzw. vor allem auch im Schaubereich), die nachweislich nicht nur ihre positiven Seiten weitergeben,
sondern auch mit einer oder gar mehreren Erbkrankheiten behaftet sind,
die bei ihren Nachkommen bereits nachweislich zum Tragen kommen/gekommen sind.
Dennoch werden bzw. wurden sie häufig in der Zucht verwendet, inzwischen wird sogar fleißig auf sie ingezüchtet.

Tatsache ist einfach, dass es Rüden gibt, auf die aus unerfindlichen Gründen ein Run im Deckgeschäft einsetzt,
und dass es andere gibt, die durch dieses Verhalten regelrecht mitsamt ihren Genen passiv „ausgerottet“ werden.

Das liebe Geld...

Als eine mögliche Erklärung vermute ich einfach mal,
dass hinter der Auswahl des Deckrüden oft ein finanzieller Aspekt steckt.
Nach dem Motto: Die Nachfrage bestimmt das Angebot.
Die Leute wollen Welpen nach dem Siegerhund „XY“? Jawohl,
dann bekommen sie Welpen nach dem Siegerhund „XY“,
obwohl der weniger erfolgreiche, aber sehr interessant gezüchtete Rüde „ZZ“
genauso zur Hündin passen würde UND man nebenbei sogar noch ein paar weitere Blutlinen erhalten könnte.

Schön und gut – geht das?

Noch etwas ist mir beim Studieren der alten Hunde und Ahnen aufgefallen:
Es gab Zeiten, da konnte ein anatomisch „schöner“ Dobermann im Sinne des niedergeschriebenen Standards
auch ein richtig guter Dobermann sein,
im Sinne eines Gebrauchshundes. Als sicherlich allen bekanntes Beispiel nenne ich hier Ali Langenhorst,
der es geschafft hat, sowohl einen der vorderen Plätze auf der Deutschen Meisterschaft zu erringen,
wie auch auf der Bundessiegerzuchtschau des DV den Siegertitel als schönster Rüde zu erhalten.
(Weitere Infos über Ali, wer sich dafür interessiert, hier... !

In den letzten Jahren/Jahrzehnten aber fand man die Rüden,
die auf Schauen immer hoch bewertet wurden, äußerst selten auf einer höheren Leistungsveranstaltung.
Allerdings Hündinnen aus den ausgesprochenen Schaulinien oder aber Hunde,
die „halb Schau, halb Leistung“ gezüchtet sind, laufen auffällig oft vorne mit.


Der Größenfaktor

Wer das Buch von Ottmar Vogel kennt, weiß, dass zu seinen aktiven Zeiten gut UND schön gefragt war und wohl auch machbar war.
Woran mag das liegen? Mir ist bei meinen Nachforschungen aufgefallen,
dass damals ein Rüde mit 71 cm Widerristhöhe von Vogel als „großer“ Rüde bezeichnet wurde,
einer mit 68 cm Widerristhöhe als mittelgroßer.
Nach einer (inoffiziellen!) Anpassung des niedergeshriebenen Standards haben
wir jetzt einen Standard von 68 bis 72 cm für Rüden,
63 bis 68 cm für Hündinnen, jeweils mit 2 cm Spielraum nach oben oder unten. Dies bedeutet, dass Rüden bis zu 74 cm Schulterhöhe haben können...

Meiner Meinung nach war diese Erweiterung in der Größe des Dobermannes keine wirklich gute Idee im Sinne der Rasse als Gebrauchshund,
denn diese bedeutete den Startschuss für das Auseinanderdriften von Leistung und Anatomie,
für das „Aufklappen der Schere“ in zwei verschiene Richtungen,
wie das beim Deutschen Schäferhund bereits in noch schwerwiegenderem Maße passiert ist.
Ich weiß nicht bzw. glaube kaum, dass der DV diesen Effekt tatsächlich erzielen wollte.

Vor allem die Rüden werden sichtlich durch den Größenfaktor in ihrer Leistungsfähigkeit mehr und mehr beeinträchtigt.
Ein so großer und schwerer Hund, wie man ihn heute als „schön“ empfindet,
KANN gar nicht die körperlichen Eigenschaften mitbringen,
die der Sport einfach erfordert, auch wenn der Hund selbst evtl. vom Potential her schon gerne arbeiten wollte.

Umgekehrt kann ein Rüde mit 68, 69 cm Stockmaß noch so korrekt und harmonisch aufgebaut sein,
und noch so hervorragende Leistungseigenschaften mitbringen,
er wird in der Konkurrenz mit den auf der Schau bevorzugten „Großen“ kaum mehr einen Siegertitel erringen.

Also bleibt den Züchtern, die den Dobermann als Leistungshund erhalten wollen, nichts anderes übrig,
als die Ausstellungen nur noch als notwendiges übel anzusehen,
bei welchen sie mit ihren Hunden sowieso keine Chancen auf einen Titel haben werden.
Und den Züchtern mit Augenmerk Anatomie und Schau geht es im umgekehrten Sinn genauso:
Ihre Hunde sind oft für ihren ursprünglichen Aufgabenbereich, den SchH-Sport,
von ihrer körperlichen Fähigkeit her gar nicht mehr wirklich geeignet,
weshalb man Ausbildung auch wieder nur als notwendiges übel ansieht und sich oft zwangsläufig
nach den körperlichen Eigenschaften auch die mentalen Fähigkeiten der Hunde verschlechtern.

Diese Entwicklung ist insofern sehr schade,
weil sie absolut mit etwas Weitblick und Vorausdenken im Sinne der Rasse vermeidbar gewesen wäre,
vor allem, weil man das negative Beispiel und die negativen Folgen
bei anderen Gebrauchshunderassen hautnah vor Augen hatte.

Auswahl der Zuchtpartner: Im Sinne der Rasse oder wegen persönlicher
und/oder politischer Hintergründe??


Die Auswahl des Deckrüden sollte immer unter dem Aspekt stehen:
- Bringt diese Verbindung etwas Gutes für die Rasse im allgemeinen und für meine Welpen im Speziellen?

Und niemals unter dem Gesichtspunkt:

- Ich bin mit Herrn X / Frau Y gut befreundet/ich schulde ihnen einen Gefallen, also nehme ich als Deckrüden
einen Hund aus deren Zucht, damit sie nicht beleidigt sind, auch wenn die Wahl dieses Hundes
vollkommen allem widersprechen würde, was für die Welpen gut und richtig, und für die Rasse von Vorteil wäre!!

Oder aber - genauso schlecht:
- Ich mag Herrn X / Frau Y nicht, habe persönliche/politische Gründe, deshalb werde ich auch den Deckrüden aus
deren Zucht NICHT nehmen, OBWOHL er objektiv betrachtet perfekt sowohl phäno- wie auch genotypisch zur Hündin
und zu meinem Zuchtkonzept passen würde!

Eine solche Einstellung mag zwar persönliche oder politische Connections noch festigen,
oder aber Abneigungen verstärken, aber sie sind in diesem Fall leider NICHT im SINNE DER RASSE getroffen!

Und im umgekehrten Fall wird man wahrscheinlich bei Freunden und guten Bekannten auf viel Unverständnis stoßen,
und die "Gegner" werden einen im Gegenzug spöttisch unter "nicht ganz normal" ablegen,
aber diejenigen, die ebenso im Sinne der Rasse denken, werden verstehen und ich bin sicher, sie würden genauso handeln.


Gedanken über die Gesundheit

Zum Abschluss möchte ich euch noch ein paar Gedankenanstösse mitgeben,
egal ob ihr Züchter mit Schwerpunkt Leistung oder Schau seid oder einfach nur Dobermannbesitzer,
denn letztendlich ist es dieselbe Leidenschaft, die wir teilen: Die Rasse Dobermann.


Zucht ist nicht der Gedanke an den nächsten Wurf, sondern Denken in Generationen!
Zucht ist nicht der Gedanke an „die schnelle Mark“, sondern das Denken zum Wohl der Rasse!
Zucht bedeutet Verantwortung für ein Lebewesen, das uns anvertraut wurde,
uns aber nicht ausgeliefert werden sollte!
Zucht bedeutet auch, im Sinne des Tierschutzgesetzes dem Tier „vermeidbare Leiden“
versuchen zu ersparen; und dies nicht nur im wörtlichen und direkten Sinn.
Zucht bedeutet, durch vorausschauendes Denken in Bezug auf vermeidbares Leid zu züchten
und nicht wissentlich Leiden auf Kosten der Tiere in Kauf zu nehmen!

© Carola Kusch